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Samstag, 16. Juni 2012

Thomas Hürlimann beim Sonntagsdialog


Schriftsteller Thomas Hürlimann zu Gast beim Sonntagsdialog

Thomas-Mann-Preisträger 2012 liest am 17. Juni in Himmelspforten aus seinem Roman „Der große Kater“     

Thomas Hürlimann

Längst ist der Sonntagsdialog in Himmelspforten eine feste Größe im Würzburger Kulturleben. Einmal im Jahr laden das Exerzitienhaus der Diözese Würzburg und der Lehrstuhl für Pastoraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät gemeinsam zu einem besonderen Sonntag ein: Nach dem Gottesdienst liest ein Autor aus seinem neuesten Werk und stellt sich den Fragen der Zuhörer. Ein kulinarischer Abschluss rundet die Veranstaltung ab.


Gast des nächsten Sonntagsdialogs am 17. Juni 2012 ist der Schweizer Schriftsteller und Literat Thomas Hürlimann. Er liest er aus seinem 1998 erschienenen Roman „Der große Kater“, der 2010 mit Bruno Ganz in der Hauptrolle verfilmt wurde. Das Werk beschäftigt sich sowohl mit Hürlimanns Familiengeschichte wie der politischen Vergangenheit der Schweiz, es ist packender Politkrimi, tragisches Familienepos und autobiografische Erzählung in einem.

Hauptfigur des Romans ist Thomas Hürlimanns Vater, der Schweizer Bundesrat Hans Hürlimann. Dieser gerät 1979 in eine Glaubwürdigkeitskrise, weil er als Schweizer Bundespräsident die Krebserkrankung seines Kindes dem politischen Machterhalt unterordnet.

„Der große Kater“ wurde oftmals als Schlüsselroman gelesen, als Abrechnung des Sohnes mit dem Vater, der für die Berufskarriere seine Familie opfert. Dabei wird jedoch leicht die Vielschichtigkeit und innere Zerrissenheit der Hauptfigur des Romans übersehen. "Der große Kater" ist mindestens ebenso fulminante Kritik am politischen System und seinem Spiel der Intrigen.

Der 1950 in Zug in der Schweiz geborene Hürlimann wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausge¬zeichnet, so u.a. 1992 mit dem Preis der Stiftung Bibel und Kultur, 1997 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und 2003 mit dem Jean-Paul-Preis. Erst vor wenigen Tagen wurde zudem bekannt, dass Hürlimann im Oktober mit dem diesjährigen Thomas-Mann-Preis, einem der renommiertesten deutschen Literaturpreise, geehrt wird.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Novellen "Das Gartenhaus" und "Fräulein Stark" sowie die Romane "Der große Kater" und "Vierzig Rosen". Zuletzt erschien 2009 Hürlimanns Kurzgeschichten-Sammlung "Dämmerschoppen". Er lebt im schweizerischen Willerzell und in Berlin.

Der Sonntagsdialog beginnt um 10 Uhr mit einer Eucharistiefeier im Exerzitienhaus Himmelspforten, Prediger ist der Würzburger Pastoraltheologe Professor Erich Garhammer. Lesung und Gespräch mit Thomas Hürlimann schließen sich um 11 Uhr an. Um 12.30 Uhr endet die Veranstaltung mit einem Mittagsimbiss.
Quelle Lehrstuhl für Pastoraltheologie Uni Würzburg

Brauchen wir eine Reformation des Sterbens?

Mit dieser zentralen Frage beschäftigen sich im Sommersemester 2012 Studenten der Katholischen Theologie an der Uni Würzburg.

Inhalt:
War das Sterben früher in familiärem und kirchlichem Kontext eingebunden- der Arzt hatte laut Hippokrates das Zimmer eines Sterbenden zu verlassen- so ist das Sterben heute medikalisiert: Arzt und Medizin haben die Oberhoheit.
Was bedeutet das für das Sterben?
Drei literarische Beispiele sollen als Quellen dafür dienen  (Max Frisch, Thomas Hürlimann und Christof Schlingensief), bevor eigene Erfahrungen besprochen werden.
Thomas Hürlimann wird am 17. Juni aus seinem Werk lesen.
Literatur:
Max Frisch, Entwürfe zu einem dritten Tagebuch, Berlin 2010.
Peter Noll, Diktate über Sterben und Tod. Mit der Totenrede von Max Frisch, München 2009.
Thomas Hürlimann, Die Tessinerin. Geschichten, Zürich 1981.
Christof Schlingensief, So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung, Köln 2009.
Gian Domenico Borasio, Über das Sterben. Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen, München 2011.

Impressionen: